Was ist Infrarot?

Beim Infrarot handelt es sich um Wärmestrahlen, die für das menschliche Auge ohne Hilfsmittel, wie z.B. einer speziellen Kamera nicht zu erkennen sind. Diese stellen einen Teil der von der Sonne auf die Erde abgegebenen elektromagnetischen Strahlen dar. Das Infrarot befindet sich unterhalb des  sichtbaren roten Lichts. Üblicherweise ist damit das Licht mit einer Strahlung im Bereich zwischen 780 Nanometer (nm) und 1 Millimeter (mm) gemeint.

Mittels dieser elektromagnetischen Strahlen transportiert die Sonne, die von uns als Wärme empfundene Energie zur Erde, ohne die das Leben auf der Erde, in den uns bekannten Ausmaßen undenkbar wäre.

Infrarot wird dabei in unterschiedlichen Wellenlängen zur Erde gesandt. Es gibt die kurzwellige, mittelwellige und langwellige Infrarotstrahlung. Die kurzwellige Strahlung wird auch als nahinfrarote-, die mittelwellige als mittelinfrarote und die langwellige als ferninfrarote Strahlung bezeichnet.

Gerade in der therapeutischen Anwendung der infraroten Strahlung zum Wohle des Menschen spielt diese Einteilung eine bedeutende Rolle. Während fern und mittelwellige infrarote Strahlung quasi auf der Hautoberfläche absorbiert werden, kann nah infrarote Strahlung bis zu 50 mm tief in das bestrahlte Gewebe vordringen und dieses von innen heraus erwärmen.

In der Hyperthermie, der medizinischen Therapie mittels infraroter Bestrahlung, macht man sich genau diese Eigenschaft zu Nutze und erhöht durch die Bestrahlung mit nahinfrarotem Licht die Körperkerntemperatur des Patienten. Laienhaft erklärt erzeugt der Mediziner auf diesem Wege absichtlich ein künstliches Fieber, um sich dessen vielschichtigen Vorteile bei der Bekämpfung von Krankheiten wie z.B. Krebs und Borreliose zu Nutze zu machen.

Was dabei im menschlichen Köper genau geschieht ist sehr komplex. Vereinfacht und für den Laien verständlich erklärt passiert folgendes: Durch die Erhöhung der Körperkerntemperatur erhöht sich der Blutdruck, die Blutgefäße weiten sich. Das Gewebe wird dadurch, bis in die kleinsten Kapillargefäße, besser durchblutet und somit besser mit Nährstoffen, Antikörpern und der dem Patienten verabreichten Medizin versorgt.

Bei der Behandlung der Borreliose wird so, das notwendige Antibiotikum in hoher Dosis auch in die Körperregionen transportiert, in die es bei normalen Körpertemperaturen nur in abgeschwächter Dosis gelangen kann. Diesen Fakt macht sich die Medizin zu Nutze und bekämpft so die Erreger auch in den weniger stark durchbluteten Körperregionen, in die sich die Erreger die bei einer ersten Therapie nicht abgetötet worden sind zurückgezogen haben.

Auch in der Onkologie wendet man immer häufiger die Hyperthermie zur Unterstützung einer Strahlen und oder chemischen Therapie an. Auch dort ist das Wirkprinzip ähnlich, auch dort nutzt man die durch das künstliche Fieber ausgelösten positiven Eigenschaften zur Verbesserung der Therapieergebnisse aus und reduziert so den erforderlichen Einsatz von Strahlen- und Chemotherapie zum Wohle des Patienten.